Kolonialismus und Nationale Geschichtsschreibung – Susann Lewerenz über den kritische Audioguide zur Dauerausstellung im Deutschen Historischen Museums

Das Deutsche Historischen Museums in Berlin (DHM) zeigt in der Dauerausstellung die „Geschichte von Deutschen und Europäern“. Viele Aspekte dieser Geschichte bleiben darin allerdings unsichtbar, so etwa Kolonialismus: In einem umfangreichen Abschnitt, der sich dem deutschen Kaiserreich widmet, findet die Tatsache, dass Deutschland ein Kolonialreich war, lediglich in einer versteckten Vitrine Erwähnung.
Deutsche Kolonialgeschichte wird damit von allen anderen Entwicklungen abgetrennt, die in der Ausstellung dargestellt werden – als gäbe es zwischen Kolonialismus und Populärkultur, Reichstagsdebatten oder Wissenschaften keinen Zusammenhang. Auch die Ausbeutung oder die Gewalt gegenüber den Kolonisierten blendet das DHM weitgehend aus.
Anfang März wurde der kritische Audioguide gelauncht, der diese problematische Darstellung bzw. Auslassung in der Dauerausstellung des DHM beleuchtet und andere Perspektiven zu eröffnet. In kleinen Soundabschnitten, die man sich von der Website www.kolonialismusimkasten.de herunterladen kann, werden vielfältige Verbindungen hörbar gemacht – zwischen dem, was als deutsche Geschichte und was als Kolonialgeschichte gedacht wird. Susann Lewerenz stellt das Projekt im Gespräch mit re[h]v[v]o[l]lte radio vor. audio

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